Leserbrief Hans Dreier: Der Außerferner Mautgutschein

Der Außerferner Mautgutschein In der letzten Ausgabe strahlen LH Mattle und Wirtschaftskammerobmann Strigl bei der Vorstellung der Außerfernförderung um die Wette. Eine 8 Jahre währende Wirtschaftsförderung soll die Außerferner Bevölkerung über die verhängte Maut hinwegtrösten und beruhigen. Betont Mattle nun, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Bemautung und den nun dargestellten Gutscheinen gibt, haben die AußerfernerInnen diese erfundene Trickserei schon längst durchschaut. Jetzt ist man noch auf der Suche nach sogenannten Akzeptanzbetrieben die die Gutscheine annehmen. Hier Betriebe zu finden wird nicht schwer sein, denn jeder möchte ja schließlich ein Stück vom 2,5 Millionenkuchen. Aber Vorsicht, sollte, wie Mattle beruhigend erwähnt, die landeseigene Fernpassstraßen GmbH Akzeptanzbetrieb werden, wird bei den Außerferner Betrieben nicht viel ankommen von den sogenannten „Regionalgutscheinen“. Sie werden dann für das verwendet, für was sie gedacht waren, nämlich für die Maut. Mit einem Taschenspielertrick wird hier Geld im Kreis geschickt, bis es wieder da ankommt wo es herkommt? Wie schon der Name sagt, die „landeseigene“ Fernpassstraßengesellschaft GmbH wird den Hauptteil dieser Förderung auffressen. Eine weitere Beruhigungspille beim Thema Fernpasspaket, welche zur Augenauswischerei wird. In Wahrheit würde die Mautgesellschaft gefördert und nicht die Außerferner Wirtschafts-treibenden. Man kann darauf warten, bis sich die Wirtschaftskammer gegen das Ansinnen von LH Mattle erfolgreich wehren wird. Ein Schnellschuss vom Landeshauptmann? In Wahrheit wird deswegen der Gutschein nicht für die Maut verwendet werden dürfen und LH Mattle wird zurückrudern müssen. Der Bezirk Reutte wird zukünftig, wenn nicht unbedingt notwendig, wegen der Maut von Bewohnern der anderen Bezirke gemieden werden und die anderen Tiroler Wirtschaftsbezirke schauen ohnehin durch die Finger, denn sie bekommen keinen Ausgleich für irgendwelche Benachteiligungen. Wo bleibt der Aufschrei von WK-Präsidentin Thaler gegen diese Ungerechtigkeit. Beruhigen wird dieses durchsichtige Spiel die Außerferner Bevölkerung nicht. Hans Dreier, Weißenbach

Leserbrief: Mit Zweierlei Maß gemessen, 2. April 2026 

Eine Zeitungs-Umfrage im April 2025 ergab, dass 43 % der Tiroler für das Fernpass-Paket sind und 37% ist es egal ob das Fernpass-Paket kommt oder nicht. In diesem Gesamttiroler Ergebnis sieht LP-Ledl-Rossmann eine klare Zustimmung zum Fernpass-Paket.
Während sie hier die Stimmen der GesamttirolerInnen für sich und die ÖVP in Anspruch nimmt, betrachtet sie die Unterstützer von außerhalb der Region, Bezirk Reutte und Imst und vielleicht die so von ihr geliebten Bayern, kritisch. Sie spricht hier von unbetroffenen Personen. Als Außerferner Abgeordnete spricht sie also jenen, nicht im Außerfern lebenden AußerfernerInnen, welche ihre Familien und Bekannte im Außerfern besuchen wollen das Recht ab, sich gegen die Maut zu wehren und diese Petition zu unterstützen. Sie bekommen nämlich keine Gutscheine. Ist das die Familien-politik der ÖVP?
Sie spricht sich weiters klar gegen die Petition aus, welche mittlerweile mehr als 5.000 Stimmen für eine Volksbefragung erreicht hat. Da ist es jetzt nicht wirklich eine Überraschung, wenn die ÖVP auch bei diesem Thema über das Volk drüberfahren wird und die Volksbefragung mit Steigbügel-hilfe der SPÖ ablehnt.
Das Hauptprojekt des Fernpass-Pakets ist der Scheiteltunnel. Ihre wichtigsten Hauptargumente, den AußerfernerInnen dieses Paket schmackhaft zu machen, sind die Entzerrung und Entlastung des Transitverkehrs und die Mautentschädigung. Das Paket bringt aber den Anrainern dadurch keine Entlastung, der Verkehr wird nicht entzerrt und nicht weniger, sondern von der Grenze bis Reutte Süd gestaut, und die Mautgutscheine laufen nach 8 Jahren aus – Verlängerung ungewiss und mit Betteln belastet. Mit dem Scheiteltunnel hat dies nichts zu tun, der dient einzig und allein zum Abkassieren und zur Finanzierung des Lermoosertunnel, welche das Land Tirol samt Verkehrsabteilung verabsäumt hat, rechtzeitig zu sanieren und auf Stand zu bringen, so wie auch die Scheitelstrecke nicht entsprechend zeitgerecht saniert wurde. Jetzt ist alles Marode und wir brauchen dafür dringend den Scheiteltunnel. Die Zeche dafür zahlen die AnrainerInnen diesseits und jenseits des Scheiteltunnels. Unfälle, hängengebliebene LKW´s vor und nach dem Tunnel werden durch den Scheiteltunnel nicht verhindert und auch die Entzerrung des Verkehrs hat mit dem Scheiteltunnel nichts zu tun. Spätestens einige hundert Meter nach dem Tunnel ist die nächste stauproduzierende Engstelle Fernsteinsee. Das blendet die Regierung, wahrscheinlich bewusst aus so wie sie auch nicht bereit ist, eine weitere Dosierampel an den Grenztunnel zu setzen.
Der Scheiteltunnel entzerrt nicht, macht auch nicht sicherer. Die wenigsten Unfälle oder hängen-gebliebene LKW´s gibt es auf der Scheitelstrecke. Er ist und bleibt das, für was er geplant ist – er dient der Mautabzocke und Befüllung des maroden Landesbudgets. Es wurde versprochen, dass die Mauteinahmen für Maßnahmen des Fernpass-Paketes verwendet werden. In Wahrheit bedient sich das Land Tirol schon jetzt durch das sogenannte Fruchtgenussrecht an den Mauteinnahmen, welche es noch gar nicht gibt, um Gelder in das Landesbudget zu spülen. Uns Bürger noch mehr für dumm zu verkaufen geht nicht.
Dafür müssen wir AußerfernInnen Maut bezahlen und die Anrainer an der B179 und B189 sind behaftet mit dem Gesundheits-Risiko, mit dem Risiko, dass das 7,5 to – Limit fällt und wir den 3-fachen LKW-Verkehr (5.000 täglich) am Fernpaß haben. Dann wird nicht der Schneefall zum Problem am Fernpaß, sondern die werktäglichen LKW-Karawanen, welche nicht entzerrt werden können.
Hans Dreier - Bürgerinitative Lebensraum Gurgltal Außerfern Mieminger Plateau  

Leserbrief zum Rundschau-Artikel von Martin Grüneis mit dem Titel: Luftgüte wird 2026 noch genauer untersucht

und des Weiteren zu den Ausführungen von Bürgermeister Herbert Kröll in der Nassereither Gemeindezeitung (10/25)

 

Zunächst zum Positiven: LR Zumtobel hat offensichtlich der Bürgerinitiative Lebensraum Gurgltal · Außerfern · Mieminger Plateau zugehört: Es werden 15 Messstellen zur Messung von Stickstoffdioxid und Feinstaub entlang der Fernpassstrecke eingerichtet.

Und dann gibt es Negatives:

Im Artikel wird Stickstoffdioxid als Leitsubstanz der Luftverschmutzung bezeichnet. Seit der Einführung der LKWs mit einem Euro 6 Dieselantrieb ist allerdings Stickstoffdioxid deutlich zurückgegangen und somit auch entlang der Fernpassroute kaum ein Problem. Es wird also dem Bürger erzählt, man kümmere sich um die Gesundheit der Bevölkerung, indem man Werte misst, deren Bedeutung als historisch bezeichnet werden kann.

 

Und wieder einmal grüßt das Murmeltier: In der Pressemitteilung von Umwelt LR Zumtobel wird behauptet, die Luftgüte entlang der Route sei unproblematisch. Wie kann man diese Aussage auf einer wissenschaftlichen Basis treffen, wenn es im ganzen Bezirk nur eine Messstelle gibt – und die steht mitten im Ort Heiterwang und nicht an der zu kontrollierenden Umfahrungsstrasse.

 

Und zur Geschichte der der nun kommenden Luftgütemessstellen: Am 6.2.25 hat die Bürgerinitiative den Missstand in einem Gespräch mit dem Landeshauptmann benannt und dessen Behebung gefordert. Die Initiative kam also nicht, wie der Artikel glauben machen könnte, vom Land Tirol.

 

Und dann noch ein Ausblick: Es wird bereits erforscht, was der Reifenabrieb in Form von Microplastik im menschlichen Körper anrichten kann. Wird die Landesregierung wieder eine Bürgerinitiative brauchen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern?

 

Es wird spannend, was geschieht, sollte das Fernpasspaket mit der von unserer BI immer wieder erlebten Ignoranz der Politiker umgesetzt werden. Wird dann eine Maut über das Hahntennjoch als Notwehrmaßnahme kommen? In der süddeutschen Presse wird ja schon darüber diskutiert. Und was werden dann die Menschen machen, über die drübergefahren wird? Wird die Bevölkerung entlang der Strecke zu Protesten greifen? Wen würde das wundern?

 


Dr. med. Joachim Strauß 
Tarrenz, Oktober 2025

Die Konzeptlosigkeit als Programm

Was ÖVP und SPÖ derzeit an Projekten für das Tiroler Oberland präsentieren, ist ein Ausbund an
Planlosigkeit:

1. Den Gemeinden im Ötztal soll 80 % ihres Wassers entzogen und ins Platzertal geleitet
werden. Die warnenden Gutachten von Klimaforschern und Geologen werden von der
TIWAG abgetan, denn das Geld ruft mit dem Stromverkauf in Deutschland. Fehlt nur noch,
dass LH Mattle sich den Standpunkt des Sonnenkönigs Kreisky zu eigen macht und
prophezeit, dass ohne dieses Kraftwerk bei uns die Lichter ausgehen. Für die Überflutung
von Hochmooren wenden wir 1,4 Milliarden € auf. All das gegen den Willen der
Bevölkerung des Ötztals oder von Pfunds.

2. Der Bahnausbau wird nicht kommen und der Imster Bahnhof bleibt, wie er ist mit seiner seit
30 Jahren bestehenden Parkraumnot, die die Pendler*innen jeden Tag verzweifelt zurück
lässt, und der katastrophal schlechten Anbindung der Umlandgemeinden. Von Innsbruck
kann man mit dem Zug in 30 Minuten nach Imst fahren. Vom Bahnhof nach Tarrenz ist man
zu Fuß schneller als mit dem Bus! Ganz zu schweigen von der Anbindung des Bezirks
Reutte. Und dem Verkehrslandesrat fällt dazu nur Bedauern ein, dem Imster Bürgermeister
vermutlich gar nichts, denn der möchte Kultur, Integrations- und Schulsozialarbeit kürzen.
Da passt doch, dass sich der Innenminister mit den Taliban trifft.

3. Als alternativlos hat LH Mattle das Fernpasspaket bezeichnet. Er macht das im krassen
Widerspruch zur Meinung der Bevölkerung und ignoriert dabei auch eine Volksbefragung,
in der durchaus impertinenten Haltung: „Die Tiroler Bevölkerung hat uns gewählt, also sind
wir mit der Macht ausgestattet, auch gegen die Bevölkerung zu handeln“ So ist es dann egal:
Wir versiegeln weiter den Boden, sorgen für die Klimaerwärmung, damit vielleicht aus dem
Platzer- und Kaunertal ein „Blatten 2“ wird, bauen eine neue Transitroute Fernpass,
ignorieren die Gesundheit der Bevölkerung und sorgen für ein neues Verkehrschaos wie im
Wipptal. Wir kassieren alle ab, spalten einen Bezirk von Tirol ab und verwenden 600
Millionen € für den Straßenausbau, die wir beim Bahnausbau angeblich nicht haben. Und
das alles geschieht in einem durchaus peinlichen Kantönligeist, der die europäischen
Verkehrswegenetze ignoriert, die wie die A7 in Dänemark beginnen und Tirol dann
überfluten. Also auch hier ein grobe Plan- und Konzeptlosigkeit.

Das sind nur 3 Beispiele, wie die derzeitige Politik konzeptlos und ohne systemische
Zusammenschau agiert. Besonders gravierend ist, dass Mattle, Geisler, Rumpold und ihre
Ortsbürgermeister gegen die hier lebenden Menschen handeln und einer Spur folgen, die vermutlich
Geld heißt. Denn wer hat das alles bestellt? Möglicherweise Interessenverbände, die sich ganz fein
im Hintergrund halten, wohl nicht die hier ansässige Bevölkerung.

Es ist Zeit umzukehren und ein Programm mit und für die Menschen zu entwickeln.

Dr. Joachim Strauß 
Tarrenz, September 2025

Grenzkontrollen in Füssen – Schickane für Deutsche Urlaubsrückreisende?

Sind die Rückstau`s vom Grenztunnel Füssen auf Tiroler Seite so gewollt? Beobachtungen lassen das zumindest so erscheinen. Ich bin wöchentlicher Pendler von meinem Wohnort Weißenbach nach Bregenz und benütze die Strecke Grenztunnel Füssen- Kempten- Pfändertunnel. Dabei beobachte ich die beiden Grenzkontrollstellen Füssen und Lindau. Während bei Füssen der gesamte Verkehr nach Deutschland über die Kontrollstelle (Zelt) mit reduzierter 10 km Geschwindigkeit geführt wird, wird der gesamte Verkehr auf der A 96 vom Pfändertunnel kommend kurz vor dem Kontrollzelt (Abfahrt Sigmarszell) auf nur 40 km/h reduziert und nicht über das Kontrollzelt geführt. Damit gibt es zwar kurzfristig vor dem Kontrollzelt eine klitzekleine Stausituation aber der Rückreiseverkehr aus Vorarlberg bleibt fließend. Die Ausrede, es darf sich im Grenztunnel Füssen nicht stauen, daher wird der Verkehr vor dem Grenztunnel Richtung Deutschland mittels Ampel angehalten, lasse ich auf Grund meiner Beobachtungen am Samstag, den 9.August 2025 nicht gelten. Bei meiner Rückfahrt nach Tirol wurde im österr. Verkehrsfunk ständig 40 Minuten Wartezeit auf der B 179 bei der Ausreise am Grenztunnel Füssen verkündet. Bei meiner Vorbeifahrt um 19.40 Uhr an der Füssener Kontrollstelle war der Autobahnbereich samt Kontrollstelle und samt Grenztunnel frei von Autos. Bei meiner Ausfahrt am Grenztunnel Füssen auf Tirolerseite traute ich meinen Augen nicht. Auf der Gegenspur Ampel Richtung Deutschland rot, Stau (stehend) reichte mindestens 6 Kilometer bis zur Abfahrt Reutte Nord bei Pflach zurück und das trotz freiem Tunnel, freier Kontrollstelle und anschließend freiem Autobahnbereich. Eine Frage tat sich mir auf. Warum werden die Grenzkontrollen in Lindau anders und schneller (nicht über das Kontrollzelt) abgewickelt als in Füssen oder werden dort weniger dunkle Gestalten erwartet oder vermutet? Ein Schelm der dabei Böses und an Schickane, für die Tiroler an der B179 für den Stau auf der Gegenseite bei der Einreise nach Tirol, denkt. Eines sollte den Deutschen Kontrolloren gegenwärtig sein, sie verursachen mit diesen Maßnahmen den Unmut und den Ärger bei ihren StaatsbürgerInnen und nicht bei den Tirolern. Die B179 verträgt zwar diesen Stau, allerdings nimmt auf Grund der Verkehrsmeldungen der Ausweichverkehr dieses künstlich produzierten Stau`s auf deutscher Seite über das Hahntennjoch, Weißenbach und Tannheimertal merklich zu. Dagegen werden sich diese Anrainer mit der Zeit wehren. 


Hans Dreier  
Weißenbach am Lech, 15. August 2025 

 

Leserbrief zum Artikel der TT vom 10.08.2025

Originalton LHStv. Geisler in der TT vom 10.08.2025: „Eine sichere Anbindung langfristig gewährleisten, den Verkehr lenken und die Bevölkerung bestmöglich entlasten. Dafür steht das Fernpass-Paket mit seinem gesamten Bündel an Maßnahmen von den Kontrollen der Fahrverbote, Dosierungen bis zu den Bauprojekten“, erklärt der Straßenbaureferent.

 

Nicht oft kann man solche dreisten und unverschämten Behauptungen lesen wie in diesem Fall. Während sich auf Nassereither Seite schon lange ein vehementer Gegenwind gegen dieses unsinnige Projekt zu spüren ist, scheinen sich manche bereits damit abgefunden zu haben. Was aus mehreren Gründen nicht nachvollziehbar ist. 


1. Ausweich- und Umwegverkehr
Natürlich sind in erster Linie alle Gemeinden von Vils bis Biberwier davon betroffen. Doch auch zahlreiche weitere Gemeinden sollten sich nicht in der Illusion wiegen, davon nicht betroffen zu sein: 
Der zu erwartende Ausweich- bzw. Staufluchtverkehr wird beginnen in Vils, weiter über Pflach (trotz bestehendem Abfahrverbot! Kontrolle?), Reutte, Lechaschau, Höfen, Weißenbach (gleich doppelt von 2 Seiten!), Stanzach, Elmen, alle Ortschaften über das gesamte Hahntennjoch, außerdem über das gesamte Tannheimer Tal führen (einige Gemeinden sind zwar „umfahren“, aber nicht alle). Der Hauptgrund: Das Hahntennjoch wird NICHT bemautet werden! Und dann wird die Vision von Klaus Perl aus Bschlabs Realität werden: „Dem Schwab ist es wurscht, wenn seine Frau über das Hahntennjoch Spätzle speibt, wenn er sich dadurch ein paar Euro derspart!“
 

2. Unbeantwortet bleibt bis heute die Frage, was alles von den angeblichen Versprechungen der Landesregierung an die beiden Gemeinden Biberwier und Nassereith jemals umgesetzt wird. 
 

3. Ist die Außerferner Bevölkerung wirklich so leichtgläubig (man könnte das auch naiv nennen . . .), dass sie sich mit dem Versprechen von ein paar Cent pro Tag als Ausgleich für die geplante Maut über den Fernpass abspeisen lässt? Was, wenn diese Ausgleichszahlung – sollte sie überhaupt jemals kommen - eingestellt wird (siehe z.B. den Klimabonus)? Was ist mit den Menschen, die vom „übrigen“ Tirol zu uns kommen möchten/müssen? Die Erinnerung an ähnliche vor kurzer Zeit in Deutschland gescheiterte Vorhaben müssten doch eigentlich die Warnglocken schrillen lassen!
 

4. Das bestehende, aber schon jetzt durchwegs löchrige, 7,5 t – Limit am Fernpass wäre mit dem Scheiteltunnel in höchster Gefahr. Das würde eine drastische Zunahme des LKW-Transits über diese Strecke bedeuten und zukünftig als Entlastungstransitstrecke für den Brenner dienen! Die Landesregierung spricht beim Fall des Tonnagelimits selbst von einer Verdreifachung des LKW Verkehrs auf bis zu 10.000 LKW an Spitzentagen auf der B179. 
 

5. Wer in unserem Bezirk hat es denn jetzt noch immer nicht verstanden, was das große Ziel hinter dem ganzen Unterfangen ist? Schlicht und ergreifend eine neue große Transitroute durch unseren Lebensraum mit Fernpass- und Tschirganttunnel (danke Frau Ledl-Rossmann und Frau Pfurtscheller für diese Klarstellung durch Ihre Petition von 2016 im Nationalrat!). Frau Pfurtscheller gebührt das Copyright für ihre Aussage: „Der Fernpass-Scheiteltunnel ist Pipifax!“. Also geht es um was Größeres.
 

6. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, es sei eh schon alles gelaufen, gibt es noch viel zu tun: 

  • Jeder Mensch mit Zivilcourage könnte aufstehen und ihre/seine Meinung kundtun. Noch leben wir nicht in einem völlig autoritären Staat, der anderslautende Meinungen niederknüppelt. Oder sind wirklich so viele Menschen von ÖVP und der katzbuckelnden SPÖ in ihrem Denken so abhängig, dass sie alles, was „von oben“ kommt, abnicken? Das kann und will ich nicht glauben!
  • Was ist mit den Gemeindeführungen jener oben erwähnten hauptbetroffenen Gemeinden? Bräuchte es von denen wirklich so viel Mut aufzustehen und zu sagen: „Stopp, dieser Unsinn bringt uns mit unseren – existierenden! – Problemen nicht weiter!“? Sind vorauseilender Gehorsam und Angst vor möglichen finanziellen Benachteiligungen durch das Land wirklich ausreichend, um trotz gegenteiliger Überzeugung zu kuschen? Die eigene Bevölkerung zu verraten?
  • Die dies- und jenseits des Fernpasses tätigen Bürgerinitiativen gemeinsam mit dem Transitforum und Fritz Gurgiser fordern neben zahlreichen anderen Maßnahmen rigorose und nach dem neuesten Stand der Technik funktionierende Dosieranlagen an ALLEN Eintrittspforten des Landes! Diese wären – im Unterschied zu dem Fernpass-Wahnsinnsprojekt – SOFORT umsetzbar, wirkungsvoll und mit wesentlich geringerem finanziellem Aufwand.


Karl-Heinz Pohler
Weißenbach, August 2025

Maut am Hahntennjoch

 
Maut am Hahntennjoch – Anfrage vom 8. Mai 2025 von Hans Dreier
Nachfrage mit Mail vom 16.Juli 2025
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,
Mit Mail vom 8. Mai 2025 habe ich Ihnen eine Anfrage zur Maut am Hahntennjoch gestellt. Da diese Frage bis jetzt unbeantwortet blieb, und mittlerweile eine Verschärfung der Verbote am Hahntennjoch verordnet wurde, ist nicht anzunehmen, dass von der Landesregierung – aus welchen Gründen immer - die Einführung einer Maut am Hahntennjoch angedacht wird.
Das heißt im Umkehrschluss, dass wir ab sofort behaupten können, dass eine Verhinderung des Ausweichverkehrs von Maut-und Stauflüchtlingen über das Tannheimer Tal, Weißenbach, Unterlechtal, Hahntennjoch und Imst von der Landesregierungnicht angedacht bzw. forciert wird.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Dreier

Mail vom 31.07.2025 09:24
AW: Anfrage zur Maut am Hahntennjoch
Sehr geehrter Herr Dreier, 
nachstehende Anfrage wurde vom Büro Landeshauptmann Anton Mattle an das Büro Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler weitergeleitet. Dazu dürfen wir wie folgt Stellung nehmen:
Was die Verkehrssituation am Hahntennjoch anlangt, so gehen vorliegende Verkehrsmodelle nicht von einer wesentlichen Verkehrsverlagerung durch die Einführung der Durchzugsmaut auf der B 179 auf Strecken wie etwa das Hahntennjoch aus. Zur noch besseren und genaueren Erfassung der Entwicklungen auf den Landesstraßen wurde das bestehende Verkehrszählnetz an der B 179 Fernpassstraße, an der B 187 Ehrwalder Straße und and er B 199 Tannheimer Straße im Zuge des Fernpass-Pakets modernisiert. Um die Verkehrssicherheit am Hahntennjoch zu erhöhen, wurde zu Sommerbeginn das Tonnagelimit für Lkw am Hahntennjoch herabgesetzt. Um das Verkehrsgeschehen am Hahntennjoch noch detaillierter darstellen zu können, die Wirksamkeit der neuen Verordnung abbilden und allfällige Ausweichverkehr erfassen zu könnten, wurde kürzlich eine neue Zählstelle auf der L 72 im Bereich Pfafflar installiert. Verkehrszählstellen ermöglichen eine frühzeitige Erkennnung von Verkehrsentwicklungen und bilden die Grundlage für weitere verkehrsrechtliche und verkehrsplanerische Maßnahmen. 
Mit freundlichen Grüßen
|Mag.a Christa Entstrasser-Müller Landesregierung Büro Landeshauptmannstellvertreter ÖR Josef Geisler   | 
Resümee Hans Dreier: Mit schwammigen Ausflüchten wird die Frage umschrieben.
Keine klare Antwort zu meiner Frage, ob es eine Maut am Hahntennjoch gibt. 
Mautflüchtlingen ist Tür und Tor geöffnet. Der Ausweichverkehr über das            
Tannheimertal, Weißenbach, unteres Lechtal, Pfafflar, Hahntennjoch und Imst          
wird zunehmen. Gnade allen Dörfern, welche keine Umfahrung haben 
 

Versetzung der Dosierampeln - Schwierige Geburt im Planungsverband Reutte

(Leserbrief von Hans Dreier, Weißenbach in der TT)
Während vom Landeshauptmann Mattle und Landtagspräsidentin abwärts bis zum roten Koalitionspartner vehement die Nichtversetzung der Dosierampeln an die Grenzen zum Allgäu verteidigt wird, um das Wohlbefinden der bayrischen Nachbarn nicht zu stören, tat man sich mit dieser Vorgabe im Planungsverband schwer, einen Beschluss für den von der Bürgerinitiative eingebrachten Antrag auf Unterstützung für die Versetzung der Dosierampeln zustande zu bringen. Nur reden reicht nicht mehr – die Gemeinden müssen klare Forderungen benennen, so die Aussage der PlanungsverbandsbürgermeisterInnen. Um dem Diktat der Landesregierung nicht zu wiedersprechen, gab es letztlich doch noch einen einstimmigen, wenn auch schwammigen Beschluss, das Land Tirol und alle maßgeblichen Stellen aufzufordern, Gespräche mit den Allgäuer Gemeinden zu führen. Ziel sei es, den Ausweichverkehr schon auf deutscher Seite einzudämmen. So sollen Autofahrer gar nicht erst über kleinere Grenzübergänge wie Pinswang-Weißhaus, Vils-Schönbichl, Grän-Enge oder Schattwald ins Außerfern ausweichen können, sondern auf der deutschen Autobahn A7 und in der Folge auf der B179 gehalten werden. Genau das werden die Allgäuer tun. Die Befehle der Tiroler in Sachen Verkehr anzunehmen. Zum wiederholten Male bringt man wieder das nichts bringende Gehabe mit den Allgäuern ins Gespräch. Die Bayern werden über diese Forderung der Tiroler lachen und genau nichts tun, wie es bei der Zulaufstrecke zum Brenner seit Jahren der Fall ist. Über die Forderung der Bürgerinitiative – die Verlegung der Dosierampeln – wurde nicht abgestimmt, das Wort Dosierampel nicht einmal erwähnt. Die vom Landeshauptmann verweigerte Versetzung der Dosierampeln ist an Unterwürfigkeit gegenüber den Bayern nicht zu überbieten und zeigt ganz klar auf, hinter wem unsere Landesregierung samt Außerferner Landtagspräsidentin steht. Das Außerfern hört für sie an der Dosierampel Reutte Süd auf. Die Strecke der restlichen Umfahrungsstraße gehört den Bayern als Staufläche für den nicht bewältigbaren Transitverkehr. Wenn nach dem Wegfall des 7,5 to-Limits dann statt der jetzt 2000 täglichen LKW 5000 LKW auf der B179 am Weg sind, wird die Dosierampel Reutte Süd auf der Strecke bis zum Grenztunnel Füssen im Dauereinsatzmodus sein und Dauerstau auch für die Allgäuer produzieren. Gespräche mit den Allgäuer Gemeinden, wie jetzt vom Planungsverband gefordert, bringen ob der Angst der Landesregierung vor den Bayern gar nichts. Immerhin hat der Planungsverband damit das Thema vom Tisch und geschehen wird nichts. Auf der (Stau-) Strecke bleibt die Vilser Bevölkerung, welche sich mit den wöchentlichen Stausituationen abzufinden hat. Die Außerferner Bevölkerung wird vom Landeshauptmann mit der Anbiederung an die Bayern, dem Ausbau des Fernpasses, mit der Maut für AußerfernerInnen und der schleichenden Errichtung einer LKW-Entlastungstransitstrecke für den Brenner verraten und verkauft - mit der scheinheiligen Argumentation – mehr Verkehrssicherheit, Versorgungssicherheit und ganz sicherem Halten des 7,5 to-Limits.


Außerfern wird zweites Osttirol 

Damit Osttiroler ihre Landeshauptstadt über das Inland erreichen können, zahlen sie Maut. Mautfrei geht es nur über Italien mit Straße oder Bahn. Die Außerferner werden künftig ihre Landeshauptstadt auch nur mit Maut erreichen. Mautfrei geht es dann nur über Deutschland mit Straße oder Bahn. Das Schicksal Osttirols wurde durch einen Krieg erzwungen. Das Außerferner Schicksal führt aber die Landesregierung mutwillig mit ihrer Fernpass-Maut herbei und isoliert damit den wirtschaftlich potentesten Landesteil. Die Außerferner werden wie die Osttiroler zu Tirolern zweiter Klasse.
„Innertiroler“ werden es sich künftig überlegen, ins Außerfern zu fahren. Die Außerferner werden aber über sechs Straßen- und zwei Bahnübergänge ihre Verbindungen ins deutsche Nachbarland weiter ausbauen. Anstelle der maroden Bahnstrecke über Deutschland benötigt das Außerfern aber eine leistungsfähige Bahnverbindung nach Imst. Geplant wird daran seit 1864! Neuste Studien (Universität Innsbruck 2017) belegen, dass eine Zugfahrt von Reutte nach Imst in 31 Minuten zu bewältigen wäre. Ein Zuganschluss nach Innsbruck würde nochmals 47 Minuten beanspruchen. Die Landeshauptstadt würde zeitgünstig erreicht und die drei Oberländer Bezirke könntenn wirtschaftlich und kulturell zusammenwachsen. Ein tägliches Pendeln von Schülern zwischen den Bezirken Imst und Reutte wäre kein Problem. Der Schwerverkehr (Stichwort Zement Vils) könnte wieder auf die Schiene. Das Geld für den FernpassStraßentunnel (1,3 km) sollte daher besser für die zukunftsträchtigen FernpassBahntunnels (6 km) eingesetzt werden, damit die Außerferner weiterhin Tiroler bleiben dürfen!

Dr. Richard Lipp
Reutte, 12. April 2025